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Das gestohlene Artefakt PDF Print E-mail
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Written by Laurina Hawks   
Montag, 03 August 2009
Als kleine Erinnerung an damals, wie es war, eine Geschichte aus Laurinas Frühzeit, noch vor den Embers.. Ja, so schön und aufregend war die Zeit. The stolen Artifact – Eine überaus kritische Mission

Es war ja nicht das erste Mal, dass sich Laurina diese Mission einhandelte. Jedesmal wenn sie selbst ein Team einberief, und damit auch die Mission abzurufen hatte, wurde sie mit dieser elenden Aufgabe konfrontiert: dem Merowinger ein ominöses Artefakt abzunehmen und dabei aber auch noch einen Captain zu beschützen, welcher zu den ersten Bluepills gehörte, die von Laurina aus dem Realtraum der Scheinexistenz unter Maschinenüberwachung gerettet wurden. Die Mission fand jedes Mal in Stamos statt, einem extrem unwirtlichen Viertel der Westview, voller hochgelevelter Mobs und neuerdings auch immer öfter von Bloodrunks heimgesucht, jenen furchteinflössenden Nachtgestalten, von welchen keiner weiss, woher sie kommen, welcher Organisation sie angehören, noch, welche Ziele sie verfolgen. Im Moment gehen sie uns nur auf die Nerven, zumal einige sehr hohe Levels unter ihnen sind.

In Stamos ist an einer Teilnahme von Noobs (Niedrig gelevelten Neulingen) kaum zu denken, ausser sie halten sich brav nur in der Aussenzone der Missionsareale auf. Aber meistens kommen sie gar nicht erst durch, da die Mobs mindestens bei Level 16 liegen.

Laurina hatte die Mission also schon mehr als einmal versucht und war immer wieder daran gescheitert, dass der zu beschützende Captain im Handgemenge unbemerkt sein Leben aushauchte, mit anderen Worten: sie hatte es fast aufgegeben, jemals diese Mission zu Ende zu bringen und als Teamleader auch anderen dienlich sein zu können. Doch vor einigen Tagen hatte sie endlich eine reelle Chance; lassen wir sie selbst berichten:

Freitag, 8. Mai.

Wir stehen um die Hardline Tabor West, neuerdings ein beliebter Treffpunkt unserer Faction. Ich war seit kurzem Führer einer eigenen Crew, den NeoRealists, die sich dem Erforschen der Noosphäre und dem Erhalt allen intelligenten Lebens verpflichtet hatte. Diese Einstellung steht ein wenig konträr zu den überaus aus Zion-loyalen Crews, welche ausser meiner in der Faction zu finden sind. Aber ich halte es für wichtig, meinen Standpunkt in dieser sehr mächtigen Faction vertreten zu wissen. Die Gründung der Crew hatte einiges Aufsehen erregt und auch einigen Unmut, denn ohne dass ich das wusste, hatten sich Mitglieder anderer Crews bei mir beworben (was mich natürlich freute), aber ich hatte dadurch ein wenig den Ruf weg, in fremden Teichen zu fischen, was mir misshagte.

Wir, das sind CleanTwo, mein Navigator, und LadyCroft, die in NightAngels Crew als begabter Patcher gilt. Um uns besser unterhalten zu können, hatte ich sie kurzerhand „geteamt“. Es kam, wie es kommen musste, ich wurde aufgefordert, eine Mission abzurufen.
„Ich krieg immer dieselbe blöde Mission“, sagte ich. „Es geht um dieses dumme Artefakt und diesen Captain, der jedes Mal draufgeht, weil keiner darauf achtet, dass man den Kerl nicht aus den Augen lassen darf.“
„Kein Problem,“ sagt Croft, „ich kümmere mich um ihn“.
„Das reicht nicht. Ich kenne diese Mission. Sie bringt höllisch viel XP ein, aber ihr müsst tun, was ich sage, klar? Unbedingt. Das ist nicht locker wie bei anderen Missionen, die hier hat es wirklich in sich und wir müssen funktionieren, wie ein Platoon.“
„Das geht schon klar, Laurina,“ versichert Clean. „Du bist der Boss. Wir tun, was du sagst.“
„Okay.“

In der Zwischenzeit hatte sich auch Jaz, meine Busenfreundin eingejackt. Das gab mir ein noch besseres Gefühl, denn ich wusste, dass ich mich 110%ig auf sie verlassen konnte. Und noch während ich die Mission abrufe, fragt mich ein mir bekannter Neuling, ein gewisser Friday (Name geändert) an, ob er dem Team beitreten könnte.

„Es ist ‚ne verdammt haarige Mission, zudem noch in Stamos, ich weiß nicht ob du da überhaupt lebend ankommst.“
„Ich bring ihn hin!“ bietet Jaz mir an. Ich überlege: sicher schafft Jaz das ganz gut, denn sie kennt sämtliche Metros in der Umgebung auswendig. Friday hat sicher noch keine Hardline in Stamos gesynct. Aber dann wird sie mir im Team zunächst mal fehlen…
„Ich hätte da auch noch eine junge Kollegin, die ich gerade trainiere,“ setzt Friday dann noch einen nach. „Ich hab sie grad eingeladen“.
Mist. Das sind zwei Noobs an der Backe. Und die sind natürlich scharf auf die XP. Aber schließlich siegt mein gutes Herz.
„Gut. Jaz soll euch nach Stamos bringen, aber bleibt am Leben und hört auf meine Anweisungen.“ „Geht klar, du bist der Boss.“


Jetzt machen wir die Mission eigentlich nur zu dritt, Clean, Croft und ich, und mir ist ganz mulmig zumute. Aber ich habe jetzt nun mal zugesagt und kann nicht wieder kneifen. Hoffentlich ist das die letzte Pflichtmission, danach kann ich mir hoffentlich die Orders aus einer Liste abrufen.
Vor der Mission ist ein wenig Kleiderkammer angesagt: ich entscheide mich für meine hochgebuffte grüne Motorradjacke und die Cargojeans mit eingebauter Melee-Damage, dazu die Corrupt-Handschuhe. Ausserdem rüste ich komplett auf Duel-Submachinegun um, damit ich auch „ranged“ (also aus der Entfernung) aus allen Rohren ballern kann. Hier geht es jetzt nicht um Schönheit, sondern um Effizienz, daher schminke ich mir die schöne Karate-Action jetzt mal ab. Ich packe ein paar Feuerspritzen und eine Rifle ein. Jetzt nur noch die geschwindigkeit-optimierten Boots, und es kann losgehen. Ich rücke meine virenabweisende Sonnenbrille zurecht.
„Also auf nach Stamos.“

Der Operator führt uns in ein altes Gemäuer, einer dieser heruntergekommen Appartementblocks mit elend langen Fluren und versteckten Nischen, in denen Agenten lauern können. Das hier ist restricted Area und schon der Soundtrack jagt mir Schauer über den Rücken. Clean und Croft sind schon da (ich war bis dato immer etwas langsam, weil ich kein Orientierungsgenie bin, heute habe ich wenigstens Hyperspeed und sause auf der Strasse wie auf einer Motoguzzi dahin).
Der Aufzug quietscht bedrohlich als wir hochfahren. Ich bin noch nicht sonderlich nervös, denn der erste Teil der Mission ist immer recht moderat. Ausserdem habe ich vorher den Härtegrad auf „Medium“ eingestellt, da wir nur drei Leute sind.

Über Teamfunk frage ich Jaz an, wie weit sie mit den anderen ist. „Hier ist alles voller Blooddrunks,“ meldet sie. „Ich versuche, auf den breiten Strassen zu bleiben“ „Ja tu das, ich erwarte euch beim zweiten Abschnitt.“

Wir stürmen das Appartement. Fleckiger Teppichboden, voller verkrusteter Blutreste, abgeblätterte Tapeten und ein Mobiliar wie zur Zeit des zweiten Weltkriegs. Wie viele tapfere Redpills sind hier schon unter dem Kugehagel der Guards zu Boden gegangen oder wurden von den spitzen Zähnen der wahnsinnigen Blooddrunks durchbohrt?
Ein Merowinger Gunman und ein Eliteguard erwarten uns; ihre Geschosse erwischen uns nur zum Teil. Clean erledigt den Guard und ich den Mero, während Croft uns beide vom Wohnzimmer aus patcht. Dann finde ich den Captain in einem Nebenraum.

„Ich bin froh, dass du kommst, Laurina. Ich bin Oliver, erinnerst du dich? Ich gehöre zu den ersten, die du befreit hast, ich bin dir ewig dankbar. Leider musst du mir heute noch mal helfen.“ Ja ja, ich kenne das Gesülze – nachher krepiert er wieder in einem Pulk von Guards, weil er sich nicht zurückhalten kann. Ich klicke ihn an, und gebe „follow me“. Ab jetzt klebt er mir am Allerwertesten.

„So. Ich habe ihn. Ab jetzt gilt: immer dicht bei mir bleiben! Keine Eskapaden, keine Wettrennen zum nächsten Abschnitt! Dieser Captain MUSS um jeden Preis überleben, wir haften für ihn mit unserem Blut, egal was für ein Arschloch das ist!“

„Geht klar, Boss!“, krakeelt Friday dazwischen.

Schon als wir unten zur Tür rauskommen, wird’s ungemütlich: es regnet in Strömen, Blitze durchzucken den grau verhangenen Himmel über Megacity und tauchen die abgewrackten Gebäudeblocks in ein kaltböses Licht.

Ich haste über die Strasse, den Captain im Schlepptau, stellenweise rückwärts laufend, damit ich ihn nicht aus dem Auge verliere. Clean sichert meine linke Flanke, während Croft die Nachhut bildet.

Sie kommen aus einer Nebenstrasse und fallen zu fünft über uns her: Merowinger Gunner, drei weibliche Feuerspucker und zwei Martial Arts Spezialisten. Oliver geht sofort auf sie los, ich werfe mich auf die MA’s um sie mit meinen Submachines zu durchlöchern. Croft schleudert ein paar mörderische Virenbündel auf die Gunner, die sich sofort in Krämpfen winden. Man kann förmlich sehen, wie es das Leben aus ihnen heraussaugt. In ein paar Minuten ist alles vorbei.

„Hilfe!“ kreischt Friday mitten in unser Kampfgeschehen. „Wir sind umzingelt! Sanitäter!“
Das ist ja ganz witzig, kann ich aber jetzt nicht brauchen.
„Halte dich bitte aus dem Teamfunk raus, solange du nicht hier bist“, fauche ich zurück.
Es kommt aber immer wieder von ihm, „Hilfe! Sani! Wir brauchen einen Arzt!“ -
er scheint das lustig zu finden. So schlimm kann’s nicht sein, wenn er noch Zeit findet, uns anzufunken. Ich frage Jaz, wo sie bleibt.
„Ist nicht so einfach, die durchzubringen, sie sind einfach zu schwach.“ „Bleibt straight auf den Strassen und marschiert direkt zur Metro, okay?“ „Ich lach mir’n Arsch ab. Na klar!“

Wir laufen wie geölt zum nächsten Abschnitt. Dafür müssen wir einen grossen Platz überqueren, mit haufenweise Autowracks und alten Öltonnen, wie geschaffen für einen Hinterhalt. Ich weiß genau, dass wir hier jetzt richtig Ärger kriegen werden.

Kaum habe ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, kommen sie auch schon aus allen Löchern. Diesmal der Stamos-Mob, eigenartige Burschen in gelber Technikerkleidung, ziemlich hohe Levels. Sie werfen sich wie die Hornissen auf uns, ich ballere, was das Zeug hält. Aber sie kommen nahe, und ziehen mich in den Interlock. Jetzt läuft das volle Programm, Mann für Mann müssen sie niedergekämpft werden, während uns die Meute am Rand mit MG’s beharkt. LdayCroft patcht wie ein Derwisch, pausenlos gleiten die funkensprühenden Supportcodes an unseren Körpern auf und ab, mein Lebensbalken scheint festzukleben, so viele Geschosse mich auch treffen mögen. Die Frau ist klasse!

Verdammt, dieser Oliver ist zu tollkühn, ich sehe, wie sein Leben verrinnt, nein, nicht schon wieder! „Croft, patch den Captain!“ brülle ich in den Teamfunk. Sie antwortet nicht mal, fast in der selben Sekunde explodiert eine Farbwolke um den Captain, sein Lebensbalken erholt sich in Sekundenschnelle.

Die letzten Feinde fallen, wir sind endlich durch und verschaufen ein wenig. Hinter der nächsten Ecke sehe ich das Grün einer Hardline, das muss Stamos Central sein.
„Warum parkst du ihn nicht, vor einem Gefecht?“ fragt mich Clean.
„Weil der sich sonst zu selbständig macht. Aber danke für den Hinweis, ich werde ihn beim nächsten Abschnitt wenigstens im Aufzug parken.“ Ich höre Jaz im Teamfunk…

„Nein! Nicht die Tür aufmachen!“

Dann sehe ich im Teammonitor die Lebensbalken von Friday und seiner Kollegin in wahnwitziger Geschwindigkeit schrumpfen. Was hat der Kerl jetzt schon wieder angestellt?

„Was ist los, Jaz?“
„Weiss auch nicht. Ich hab ihm gesagt, er soll die Tür in Ruhe lassen. Aber er hat sie aufgemacht, und dahinter waren mindestens sieben Blooddrunks. Friede seiner Asche.“
Wieso muss der eine Tür aufmachen? Ich denke, die sind auf ‚ner Hauptstrasse? Aber das ist mir jetzt wurscht.
„Muss ich ihn jetzt an der Mara HL wieder abholen?“
„Nein Jaz, lass das. Ich brauch dich hier.“
„Bin aber auch tot.“
„Scheisse. Dann komm nach dem Recon direkt nach Stamos. Ich sag Friday, er soll in Mara auf uns warten, bis die Mission durch ist.“
„Roger that.“

„Friday?“
„Ja Ma’m?“
„Geh nach dem Recon direkt nach Mara Central und warte da auf uns. Ihr kommt nicht durch, es ist zu gefährlich.“
„Ja Ma’am.“
„Das ist eine Order, ok?“
„Roger.“
Inzwischen ist Jaz eingetroffen. Wir umarmen uns. „Schön, dass du da bist. Übernimm bitte die Vorhut und such uns den sichersten Weg zum nächsten Abschnitt.“ „Geht klar.“
Und sofort wetzt sie los. Jaz ist immer ziemlich schnell, auch ohne Buffs. Ich frage mich jedes Mal, wie sie das macht. Sie ist fast immer vor mir da…das muss sich ändern!
Irgendwie verliere ich sie aus den Augen, und ich verheddere mich in einem Gassengewirr voller abgerissener Häuser und schmoddriger Baugrundstücke. Hier lauern immer Mobs und ich bleibe lieber stehen.
„Jaz wo bist du?“
„Ich lach mich tot. Auf der Hauptstrasse! Wie du befohlen hast!“
Peinlich peinlich…
„Äh…. Holt mich hier ab, weiss nicht, wo ich bin.“
Bevor ich das ausspreche, ist Clean schon da. Er hat mich auf der Map nicht aus den Augen gelassen. Ratzfatz führ er mich zu jaz. Deshalb ist er ja auch unser Navigator.

Jaz und Croft stehen betont gelangweilt auf der Hochstrasse herum und betrachten ihre Fingernägel. Ja, ist ja gut!

Wir rennen weiter. Croft und Clean springen elegant über eine Brüstung, während ich mit dem Captain im Schlepptau die gesamte Absperrung umlaufen muss. „Hey! Ab jetzt gilt folgende Regel: keine Abkürzungen, keine Hüpfer und vor allem keinen Hyperjump. Da kommt der Captain nicht mit, und ich stehe wieder allein mit ihm rum. „
„Verstanden,“ kommt es stellvertretend für alle von Croft.
Wir erreichen das nächste Missionsziel, wieder eines dieser ollen Appartementhäuser. Ich parke diesmal den Captain unten im Aufzug.
Dieser Teil klappt zunächst wie am Schnürchen. Wie ein Tornado fallen wir über die Guards her und metzeln alles nieder, was sich uns in den Weg stellt. Clean ballert wie ein Besessener, die zwei Virenspucker werden von mir niedergemäht und Jaz verteilt Handkantenschläge und Kicks wie Bruce Lee in Reinform. Als ich den letzten Patcher mit einer perfekt ausgeführten Rolle vorwärts aus beiden Rohren feuernd auf die Matte lege, wechselt die Ansicht in Bullettime – das passiert immer bei einer besonders eleganten Aktion… whoa! Es sieht einfach phantastisch aus: mein Körper schnellt nach vorn, waagerecht zum Boden in der Luft, rotiert dabei um die eigene Achse, während das Feuer aus den Mündungsrohren spritzt; und das alles in Zeitlupe, ein herrlicher Anblick!

Danach herrscht Stille. Ich durchsuche die Wohnung, finde nichts mehr, gehe weiter durch den Hausflur in ein anderes Appartement. Alles ruhig. Der Rest des Teams ist noch in der anderen Wohnung. Plötzlich fallen wie aus heiterem Himmel drei Blooddrunks über mich her. Sie mussten im letzten Raum gelauert haben. Ich habe gerade noch Gelegenheit kurz ein „Help!“ über den Teamfunk zu jagen, dann haben sie mich im Interlock. Ich nutze alles, was ich habe, mähe den ersten nieder, dann den zweiten, doch beim Dritten geht mir die Puste aus. Ich sehe gerade noch Croft wie einen Derwisch in die Wohnung blitzen, da gehen die Lichter aus…

Am Boden liegend beobachte ich Jaz und Croft, wie sie den Vampir in Stücke hauen. Ich hüte mich, „reconstruct“ zu klicken, denn wozu habe ich Croft? Und in der Tat! Ich erhalte die ersehnte Botschaft: „LadyCroft möchte sie wiederbeleben. Nehmen sie an?“ Was für eine dämliche Frage? Klar nehme ich an; und das Wunder geschieht. Wie von Geisterhand angehoben, schwebt mein Körper in die Luft, biegt sich an der Wirbelsäule durch, der Oberkörper schnellt vor, grüne Bits perlen von mir ab, wie Wassertropfen bei der Morgendusche, und ich stehe wieder in vollem Leben da. Das nenne ich Patchen! Ich umarme sie dafür.
„Schon ok. You’re welcome, sagt sie nur.“
Im letzten Raum wartet der Zion Offizier, um mir das Artefakt zu geben. Jetzt nur noch einen Abschnitt, dann haben wir es geschafft. Ich wage kaum, zu hoffen. Als wir unten im Aufzug ankommen, verteidigt sich der Captain gerade gegen zwei Guards die irgendwie übrig geblieben sein müssen… heilige Scheisse! Damit habe ich nun gar nicht gerechnet. Schnell hauen wir ihn da raus. „Das war knapp. Wer hatte die Idee, den Captain zu parken?“
„Äh… normalerweise klappt das,“ antwortet Clean.
Jaz und Croft grinsen über alle vier Backen.
„Klar,“ sagt Jaz. „Normalerweise klappt das, aber normal gibt’s schon.“

Zurück auf der Strasse kommt wieder ein Funkruf von Friday durch.
„Hilfe! Sanitäter!“
Was? In Mara? Was soll das schon wieder?
„Wo bist du?“
„Weiss nicht…. Stamos oder so?“
„Hatte ich dir nicht Order gegeben, dass du an der HL in Mara warten solltest?“
Keine Antwort.

„Boote ihn einfach,“ sagt Jaz.
„Ja, wirf ihn raus, er nervt“, bestätigt auch Clean.
Ich überlege – booten ist hart, aber was bleibt mir übrig? Bei einer so kritischen Situation kann ich so was nun wirklich nicht gebrauchen. Ich boote ihn. Damit ist er raus aus dem Team
Ruckzuck ist er wieder drin, weil seine Kollegin ihn wohl reingeholt hat.
„Wer hat mich eben gebootet?“ „Wer schon. Das kann nur der Teamleader, und das bin ich.“
„Warum?“
„Weil du meine Order missachtet hast. Solange du in meinem Team bist, bin ich dein Morpheus, kapiert?“
Er antwortet nicht. Ist mir auch egal.

Kurz vor dem nächsten Abschnitt bricht die Hölle los. Wieder regnet es wie aus Kübeln und diesmal ist der Mob mit Guards vermischt, die mir das Artefakt abnehmen wollen. Bin jetzt sogar fast froh, dass der Captain so ein Haudegen ist, denn er streckt selbständig einige der Gegner nieder. Immer wieder kommen sie aus der Regenwand gesprungen, Croft muss nicht nur patchen, sie muss auch kämpfen. Clean sehe ich, wie er ständig vor- und zurückspringt und Jaz wirbelt wie eine fehlgezündete Feuerwerksrakete durch die Angreifer und verteilt Kopftritte. Am Schluss hat der Captain sogar überlebt.
Jetzt nur noch der letzte Abschnitt. Wieder parke ich den Captain im Aufzug, diesmal aber oben, im Missionsbereich. Es ist nicht weiter schwer – wir bleiben im Pulk, kämpfen ein paar Vampire nieder, einige Guards und Patcher, dann stehen wir vor dem Operator.
„Gut, dass Sie kommen, Laurina, dieses Artefakt ist sehr wichtig für uns. Haben Sie es dabei?“ Ich gebe es ihm. Er bedankt sich.
„Haben Sie den Captain dabei?“
Ich spurte los zum Aufzug, um den Captain zu holen. Brav folgt er mir in sein Verderben.
„Dieser Captain hat sich als Verräter erwiesen. Er hat das Artefakt zuvor bei uns gestohlen, um es an den Merowinger zu verkaufen. Töten Sie Captain Oliver.“

Ich kann es kaum glauben…. Da riskiert man seinen Arsch für diesen Kerl, schleift ihn durch sämtliche feindlichen Lager und dann das? Aber es hilft nichts, kaum hat der Operator diese Sätze gesprochen, zieht der Captain seinen Revolver und feuert auf mich. Es dauert keine zwei Sekunden, dann geht er im prasselnden Kugelhagel meines Teams wie ein nasser Sandsack zu Boden.
„Operation beendet. Verlassen Sie nun das Gebiet. Wir danken Ihnen für Ihren Einsatz.“

Ja. So geht das immer. Etwas ratlos aber trotzdem glücklich stehen wir in Stamos. Alle wollen sofort eine neue Mission. „Das war doch klasse! Aber warum nur Medium? Die nächste holst du auf „hard“!“ Meine Güte. Ich wähle die Missionen an… Was ist das?? Ich kann unter mindestens 10 verschiedenen Missionen wählen. Endlich! Ich bin durch diesen Engpass durch! Ich wähle einfach mal „Kurier“ an, bloss keine Eskortmissionen mehr. Aber es kommt dann doch eine ganz andere Mission: Niobe möchte mich sprechen, um mir zu gratulieren und mir ein Geschenk zu überreichen.

Na, das ist doch mal was! Da bringen mich die anderen gerne hin. Von Friday habe ich übrigens nie wieder was gehört….

Und LadyCroft ist ein paar Tage später meiner Crew beigetreten.
Last Updated ( Mittwoch, 10 März 2010 )
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